permalink

8

Fotokalender 2012: TOKOgraphy vs. Der Filmriss

So, da ist er nun, der teils lang erwar­tete Blog­ein­trag über die Foto­ka­len­der, wel­che ich einer­seits kaufte (das wäre der NY-Kalender von ToKo1) und ande­rer­seits glück­li­cher­weise gewann (der Kalen­der von Tobias Hager). Inter­es­sant an die­ser Stelle ist es wohl zu bemer­ken, dass beide Foto­gra­fen Tobias hei­ßen – das mag aber viel­leicht auch ein­fach nur Zufall sein.

© tokography.com

Auf den New-York-Kalender von Tobias Koch bin ich durch mei­nen RSS-Feed-Reader auf­merk­sam gewor­den, da ich sei­nen (Fotografie?-)Blog, TOKO­gra­phy, schon lange abon­niert habe. Außer­dem hatte er mich auch per DM über Twit­ter ange­schrie­ben, ob ich nicht an einem Kalen­der von ihm inter­es­siert wäre (da er offen­sicht­lich wusste, dass ich Fan sei­ner Fotos bin!). Ich sagte zu, bestellte irgend­wann, bezahlte direkt per Über­wei­sung, alles super. :-) Habe ihn auch vor ner gan­zen Weile schon bekom­men, bin aber auf­grund bestimm­ter Vor­fälle lei­der noch nicht dazu gekom­men, mei­nen Senf dazu abzugeben.

© derfilmriss.de

Der Kalen­der von Tobias Hager, viel­leicht eher bekannt als Blog­ger auf derflimriss.de, war ein Gewinn, mit dem ich gar nicht gerech­net hatte. Per Twit­ter wurde ich auf das Gewinn­spiel auf­merk­sam und dachte, ich ver­su­che mal mein Glück. Ich ret­wee­tete also den Tweet und hatte Glück: ich wurde gezo­gen! :-) Ich bekam eine Mail, in der ich auf­ge­for­dert wurde, meine Adresse zu über­mit­teln – tja, und heute kam der Kalen­der an.

Eigent­lich ist es ein biss­chen unfair von mir, die bei­den Kalen­der a) in einen Blog­bei­trag zu packen, weil ich so das Gefühl habe, kei­nem von bei­den wirk­lich gerecht zu wer­den und b) sie mit ein­an­der zu ver­glei­chen, da sie an sich grund­ver­schie­den sind:

  • Ein Kalen­der ent­hält nur Schwarzweiß-, der andere nur Farbfotos.
  • Ein Kalen­der beschäf­tigt sich mit nur einer Stadt, der andere zeigt Land­schaf­ten aus der gan­zen Welt.

Trotz­dem haben sie auch eini­ges gemeinsam:

  • Die Kalen­der sind „Eigen­pro­duk­tio­nen“. Sie wur­den mit einem Satz­pro­gramm ihrer Wahl hand­ge­fer­tigt und an eine Dru­cke­rei geschickt.
  • Für beide Blog­ger war es „das erste Mal“, kei­ner hatte Vor­er­fah­rung in die­ser Hinsicht.
  • Beide Kalen­der lie­gen im For­mat A3 quer vor, Spi­ral­bin­dung. Sind also vom For­mat her gleich und daher in mei­nen Augen auch vergleichbar.

Mein Fazit

Hier nun meine sub­jek­tive Mei­nung zu den bei­den Kalen­dern. Ich habe mir die Bil­der ange­se­hen, unter den Gesichts­punk­ten, die ich unter ande­rem in mei­nem Stu­dium gelernt habe: Druck­tech­nik, Bild­be­ar­bei­tung, Gestal­tung (Design, Lay­out & Typo­gra­fie) und Fotografie.

TOKO­gra­phys Kalender

Der New-York-Kalender über­zeugt durch die durch­gän­gig tol­len Motive und die ele­gante und wer­tige Anmu­tung der Foto­gra­fien auf­grund der s/w-Umsetzung. Einen klei­nen Ein­blick ins Lay­out und die Typo­gra­fie gibt die­ses Foto des Andrucks, wel­ches ToKo auf sei­nem Blog ver­öf­fent­licht hat.

Die Schrift betref­fend griff ToKo zu Hel­ve­tica2, was ich gut finde, da dies eine Typo ist, die nicht ablenkt, sodass der Fokus (oder die Fokusse? Plu­ral­form?) auf den Fotos bleibt. Die Leiste mit den Daten befin­det sich wohl gewählt im unte­ren Teil des Fotos, durch­ge­hend an der glei­chen Stelle, und liegt mit einer Trans­pa­renz von ca. 10-20% auf dem Bild, damit sich die Typo vom Hin­ter­grund abhe­ben kann. I like! Der Monat wird ledig­lich durch die Zahl, wel­che sich immer weiß auf schwarz auf einem Kreis befin­det, ange­deu­tet. Auch dies passt zum redu­zier­ten Kon­zept des Kalenders.

Das ein­zige, was mich an sich am Kon­zept des Kalen­ders stört, ist, dass nir­gends ver­merkt ist, wo genau das Foto auf­ge­nom­men wurde. Da ich selbst noch nie in New York war, aber von der Größe und den sich bie­ten­den Moti­ven beein­druckt bin und mir des­halb den Kalen­der holte, habe ich lei­der kaum eine Ahnung, was teil­weise auf den Fotos zu erken­nen ist. Aber das nur als kleine Anmer­kung meinerseits.

Viel mehr stört mich eigent­lich, dass die Fotos in den Höhen (also den hel­len Bereich) durch die teils hohen Kon­traste stark zum aus­rei­ßen nei­gen. Viel­leicht ist das auch nur mein sub­jek­ti­ves Emp­fin­den, aber das war der ein­zige Feh­ler, den ich am Kalen­der fin­den konnte bzw. was mich an ToKos sonst so tol­len Fotos stört(e). Das habe ich ihm aber auch schon in einem Kom­men­tar auf sei­nem Blog mitgeteilt.

Ins­ge­samt finde ich aber die Aus­wahl, die Posi­tio­nie­rung, die Gestal­tung und das Lay­out super. Hel­ve­tica ist ein­fach so eine Sache: man kann sie irgend­wann nicht mehr sehen. Ande­rer­seits ist es schwer, eine so wenig aus­sa­gende und damit wenig ablen­kende Typo zu fin­den. Wenn es aber zu sei­nem CD gehört3, ist es wohl „unvermeidlich“.

Der Film­riss‘ Kalender

Der Kalen­der unter­schei­det sich ja, wie oben erwähnt, ziem­lich stark vom ande­ren. Vor allem in der Typo, die zwar auch sehr redu­ziert ist; aller­dings fiel mir auf, dass diese wesent­lich schlech­ter les­bar ist, was die Monate angeht. Ein gutes Bei­spiel ist der Novem­ber. Auf­grund der Fens­ter (viele Hel­lig­keits­un­ter­schiede auf klei­nem Raum) kann man den Text eher schlecht lesen. Dar­aus fast fol­gend ist ein Gestal­tungs­pro­blem: teils erschei­nen die Monate in schwar­zer Typo, teils in wei­ßer – je nach dem, wie die vor­herr­schende Farb­ge­bung des Fotos ist. Das ist eine Klei­nig­keit, die mich doch recht stört, vor allem, wenn man sich nicht wirk­lich fest­le­gen kann, wel­che Farbe (weiß oder schwarz) nun am bes­ten passt. Dies hätte man, ähnlich wie bei ToKo, lösen kön­nen, indem man die Monats­na­men halb­trans­pa­rent mit schwarz oder weiß hin­ter­legt. Ansons­ten befin­den die Daten dies­mal nicht auf son­dern unter dem Foto, was auch voll­kom­men okay ist.

Posi­tiv zu erwäh­nen ist, dass hier erkenn­bar ist, wo das Foto gemacht wurde. Das lag bei diese Typ von Kalen­der viel­leicht näher, da die Fotos auf der gan­zen Welt gemacht wurden.

Was mir hier nicht so gut gefällt und mein größ­ter Minus­punkt ist, ist, dass ver­dammt viele Details ver­lo­ren gegan­gen sind, weil ein­fach zu viel Schwarz in den Fotos ent­hal­ten sind. Ent­we­der ist da beim Druck was schief gelau­fen (zu viel Farb­auf­trag) oder in der Druck­vor­stufe, dass die Fotos ein­fach zu dun­kel ange­legt wur­den. Ich weiß nicht, ob Tobias Hager auch, wie ToKo, einen Andruck hat machen las­sen – da wäre sowas viel­leicht noch auf­ge­fal­len. Aber so ist es sehr schade, finde ich, da die Fotos dadurch ein­fach alle einen Tick zu dun­kel sind.

And the win­ner is …

In die­sem Fall gefällt mir der Kalen­der von ToKo bes­ser. Die tolle Aus­wahl der (sehr guten) Fotos, die Umset­zung in s/w (was ich meist lie­ber mag als Farb­fo­tos, da diese nicht das Flair eines der­art redu­zier­ten Bil­des haben) sowie der Gesamt­ein­druck der Gestal­tung spricht mich eher an als der Kalen­der von Tobias Hager.

Hier finde ich die Fotos teils ein­fach nicht so gut (Bei­spiele: Februar – das Bild hätte span­nen­der sein kön­nen, hätte sich die Gon­del in der Mitte wei­ter rechts befun­den; April – warum der schräge „Hori­zont“? Das irri­tiert mich und ich ver­stehe nicht warum; Novem­ber – warum liegt der Hori­zont hier in der Mitte? Ent­we­der mehr Him­mel oder mehr Stadt, aber so wirkts zu … hm, mir fehlt das Wort grade.) und man hätte auch noch etwas an der Gestal­tung fei­len kön­nen. Aber es hat ein­fach nicht jeder ein Auge für Dinge, die mir jetzt viel­leicht auf­ge­fal­len sind, was kein Vor­wurf sein soll, ledig­lich eine Idee, woran es gele­gen haben könnte.

Falls sich die bei­den Kalender-Ersteller hier auf meine Rezen­sion hin mel­den und ihren Stand­punkt dar­le­gen wol­len: gerne! Ich kann nur das sagen, was mein Ein­druck der bei­den Kalen­der ist; die Hin­ter­gründe kann ich ja nicht ken­nen, außer, sie wur­den irgendwo doku­men­tiert und ich habe sie ein­fach nicht gesehen/gelesen.

Trotz­dem danke ich den bei­den für ein tol­les Pro­dukt, wel­ches jetzt einer­seits in mei­nem Zim­mer in Mos­bach hängt (ToKos Kalen­der) und ande­rer­seits den Flur bei uns daheim schmückt (Tobias Hagers Kalen­der). :-) Viel­leicht habe ich nächs­tes Jahr auch genug (mei­ner Mei­nung nach) gute Fotos ange­sam­melt, sodass ich zu Weih­nach­ten auch ein paar Kalen­der für Family & Fri­ends dru­cken kann. Muss aber erst­mal sehen, ob sich das lohnt. Bis dahin ist aber ja noch viiiel Zeit, jetzt gilt es erst­mal, die­ses Weih­nach­ten rum­zu­brin­gen. :-d In die­sem Sinne wün­sche ich euch frohe Weih­nach­ten und ein paar tolle Tage mit Fami­lie, Freun­den oder wem auch immer ihr bei euch haben wollt. :-)



  1. ToKo steht im Übri­gen für Tobias Koch.
  2. Ver­mut­lich in der Annahme, man könne damit nichts falsch machen.
  3. Falls ein Blog sowas haben kann?

8 Kommentare

  1. Hey, danke für das Review!

    Tja, lei­der war ich auch etwas ent­täuscht von dem zu hohen Schwar­zan­teil, lei­der hatte ich nicht die Mög­lich­keit einen Andruck zu machen und die­sen zu kon­trol­lie­ren… Das sind eben die 10% abwei­chung, die sich eine Dru­cke­rei immer vorbehält. :/

    • @Tobias: Ah okay, ich dachte mir sowas schon, konnte es aber, wie gesagt, ja nicht wis­sen. Das nächste Mal kannst du dir ja eine Dru­cke­rei suchen, bei der das mög­lich ist, um so etwas vor­zu­beu­gen. Ich kenne da zum Bei­spiel eine aus Darm­stadt, von denen ich weiß, dass sie auf Wunsch einen Andruck anfer­ti­gen. Ich weiß aller­dings nicht, ob die auch Kalen­der her­stel­len (und auch nicht in wel­cher Mindeststückzahl).

    • @Tobias: Naja, was den Andruck angeht: bei mir gin­gen allein 300€ nur für neue und wie­der neue Andru­cke drauf. Wer Qua­li­tät will muss dem­ent­spre­chend natür­lich bereit sein, da auch für zu inves­tie­ren. Und gerade bei nem Foto­ka­len­der ist das natür­lich unge­mein wich­tig. Das mit den Andru­cken ist halt echt so ne Sache, aber nur so kann man wirk­lich abso­lut sicher gehn, dass das Ding stimmt.

      Katha­rina, mein aus­führ­li­cher Kom­men­tar folgt noch ;-)

  2. Das war halt das Pro­blem, ich hatte so kurz vor Weih­nach­ten natür­lich auch etwas Zeit­druck, des­halb war das auch nicht wirk­lich drin. Das nächste mal wird es bes­ser hoffe ich!

  3. Ach du warst das die mich (über Twit­ter) auf den ToKo Kalen­der auf­merk­sam gemacht hast… ;-)

    Danke dafür, der NewYork Kalen­der ist wirk­lich toll. Ich habe einen mei­ner Schwes­ter zu Weih­nach­ten geschenkt. (Sie fand ihn auch gut)

  4. Pingback: Kalenderresümee – vielen Dank! Und für die aufmerksamen Leser gibt es noch einen Kalender – tokography.com

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.

*