So, da ist er nun, der teils lang erwartete Blogeintrag über die Fotokalender, welche ich einerseits kaufte (das wäre der NY-Kalender von ToKo1) und andererseits glücklicherweise gewann (der Kalender von Tobias Hager). Interessant an dieser Stelle ist es wohl zu bemerken, dass beide Fotografen Tobias heißen – das mag aber vielleicht auch einfach nur Zufall sein.
Auf den New-York-Kalender von Tobias Koch bin ich durch meinen RSS-Feed-Reader aufmerksam geworden, da ich seinen (Fotografie?-)Blog, TOKOgraphy, schon lange abonniert habe. Außerdem hatte er mich auch per DM über Twitter angeschrieben, ob ich nicht an einem Kalender von ihm interessiert wäre (da er offensichtlich wusste, dass ich Fan seiner Fotos bin!). Ich sagte zu, bestellte irgendwann, bezahlte direkt per Überweisung, alles super.
Habe ihn auch vor ner ganzen Weile schon bekommen, bin aber aufgrund bestimmter Vorfälle leider noch nicht dazu gekommen, meinen Senf dazu abzugeben.
Der Kalender von Tobias Hager, vielleicht eher bekannt als Blogger auf derflimriss.de, war ein Gewinn, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte. Per Twitter wurde ich auf das Gewinnspiel aufmerksam und dachte, ich versuche mal mein Glück. Ich retweetete also den Tweet und hatte Glück: ich wurde gezogen!
Ich bekam eine Mail, in der ich aufgefordert wurde, meine Adresse zu übermitteln – tja, und heute kam der Kalender an.
Eigentlich ist es ein bisschen unfair von mir, die beiden Kalender a) in einen Blogbeitrag zu packen, weil ich so das Gefühl habe, keinem von beiden wirklich gerecht zu werden und b) sie mit einander zu vergleichen, da sie an sich grundverschieden sind:
- Ein Kalender enthält nur Schwarzweiß-, der andere nur Farbfotos.
- Ein Kalender beschäftigt sich mit nur einer Stadt, der andere zeigt Landschaften aus der ganzen Welt.
Trotzdem haben sie auch einiges gemeinsam:
- Die Kalender sind „Eigenproduktionen“. Sie wurden mit einem Satzprogramm ihrer Wahl handgefertigt und an eine Druckerei geschickt.
- Für beide Blogger war es „das erste Mal“, keiner hatte Vorerfahrung in dieser Hinsicht.
- Beide Kalender liegen im Format A3 quer vor, Spiralbindung. Sind also vom Format her gleich und daher in meinen Augen auch vergleichbar.
Mein Fazit
Hier nun meine subjektive Meinung zu den beiden Kalendern. Ich habe mir die Bilder angesehen, unter den Gesichtspunkten, die ich unter anderem in meinem Studium gelernt habe: Drucktechnik, Bildbearbeitung, Gestaltung (Design, Layout & Typografie) und Fotografie.
TOKOgraphys Kalender
Der New-York-Kalender überzeugt durch die durchgängig tollen Motive und die elegante und wertige Anmutung der Fotografien aufgrund der s/w-Umsetzung. Einen kleinen Einblick ins Layout und die Typografie gibt dieses Foto des Andrucks, welches ToKo auf seinem Blog veröffentlicht hat.
Die Schrift betreffend griff ToKo zu Helvetica2, was ich gut finde, da dies eine Typo ist, die nicht ablenkt, sodass der Fokus (oder die Fokusse? Pluralform?) auf den Fotos bleibt. Die Leiste mit den Daten befindet sich wohl gewählt im unteren Teil des Fotos, durchgehend an der gleichen Stelle, und liegt mit einer Transparenz von ca. 10-20% auf dem Bild, damit sich die Typo vom Hintergrund abheben kann. I like! Der Monat wird lediglich durch die Zahl, welche sich immer weiß auf schwarz auf einem Kreis befindet, angedeutet. Auch dies passt zum reduzierten Konzept des Kalenders.
Das einzige, was mich an sich am Konzept des Kalenders stört, ist, dass nirgends vermerkt ist, wo genau das Foto aufgenommen wurde. Da ich selbst noch nie in New York war, aber von der Größe und den sich bietenden Motiven beeindruckt bin und mir deshalb den Kalender holte, habe ich leider kaum eine Ahnung, was teilweise auf den Fotos zu erkennen ist. Aber das nur als kleine Anmerkung meinerseits.
Viel mehr stört mich eigentlich, dass die Fotos in den Höhen (also den hellen Bereich) durch die teils hohen Kontraste stark zum ausreißen neigen. Vielleicht ist das auch nur mein subjektives Empfinden, aber das war der einzige Fehler, den ich am Kalender finden konnte bzw. was mich an ToKos sonst so tollen Fotos stört(e). Das habe ich ihm aber auch schon in einem Kommentar auf seinem Blog mitgeteilt.
Insgesamt finde ich aber die Auswahl, die Positionierung, die Gestaltung und das Layout super. Helvetica ist einfach so eine Sache: man kann sie irgendwann nicht mehr sehen. Andererseits ist es schwer, eine so wenig aussagende und damit wenig ablenkende Typo zu finden. Wenn es aber zu seinem CD gehört3, ist es wohl „unvermeidlich“.
Der Filmriss‘ Kalender
Der Kalender unterscheidet sich ja, wie oben erwähnt, ziemlich stark vom anderen. Vor allem in der Typo, die zwar auch sehr reduziert ist; allerdings fiel mir auf, dass diese wesentlich schlechter lesbar ist, was die Monate angeht. Ein gutes Beispiel ist der November. Aufgrund der Fenster (viele Helligkeitsunterschiede auf kleinem Raum) kann man den Text eher schlecht lesen. Daraus fast folgend ist ein Gestaltungsproblem: teils erscheinen die Monate in schwarzer Typo, teils in weißer – je nach dem, wie die vorherrschende Farbgebung des Fotos ist. Das ist eine Kleinigkeit, die mich doch recht stört, vor allem, wenn man sich nicht wirklich festlegen kann, welche Farbe (weiß oder schwarz) nun am besten passt. Dies hätte man, ähnlich wie bei ToKo, lösen können, indem man die Monatsnamen halbtransparent mit schwarz oder weiß hinterlegt. Ansonsten befinden die Daten diesmal nicht auf sondern unter dem Foto, was auch vollkommen okay ist.
Positiv zu erwähnen ist, dass hier erkennbar ist, wo das Foto gemacht wurde. Das lag bei diese Typ von Kalender vielleicht näher, da die Fotos auf der ganzen Welt gemacht wurden.
Was mir hier nicht so gut gefällt und mein größter Minuspunkt ist, ist, dass verdammt viele Details verloren gegangen sind, weil einfach zu viel Schwarz in den Fotos enthalten sind. Entweder ist da beim Druck was schief gelaufen (zu viel Farbauftrag) oder in der Druckvorstufe, dass die Fotos einfach zu dunkel angelegt wurden. Ich weiß nicht, ob Tobias Hager auch, wie ToKo, einen Andruck hat machen lassen – da wäre sowas vielleicht noch aufgefallen. Aber so ist es sehr schade, finde ich, da die Fotos dadurch einfach alle einen Tick zu dunkel sind.
And the winner is …
In diesem Fall gefällt mir der Kalender von ToKo besser. Die tolle Auswahl der (sehr guten) Fotos, die Umsetzung in s/w (was ich meist lieber mag als Farbfotos, da diese nicht das Flair eines derart reduzierten Bildes haben) sowie der Gesamteindruck der Gestaltung spricht mich eher an als der Kalender von Tobias Hager.
Hier finde ich die Fotos teils einfach nicht so gut (Beispiele: Februar – das Bild hätte spannender sein können, hätte sich die Gondel in der Mitte weiter rechts befunden; April – warum der schräge „Horizont“? Das irritiert mich und ich verstehe nicht warum; November – warum liegt der Horizont hier in der Mitte? Entweder mehr Himmel oder mehr Stadt, aber so wirkts zu … hm, mir fehlt das Wort grade.) und man hätte auch noch etwas an der Gestaltung feilen können. Aber es hat einfach nicht jeder ein Auge für Dinge, die mir jetzt vielleicht aufgefallen sind, was kein Vorwurf sein soll, lediglich eine Idee, woran es gelegen haben könnte.
Falls sich die beiden Kalender-Ersteller hier auf meine Rezension hin melden und ihren Standpunkt darlegen wollen: gerne! Ich kann nur das sagen, was mein Eindruck der beiden Kalender ist; die Hintergründe kann ich ja nicht kennen, außer, sie wurden irgendwo dokumentiert und ich habe sie einfach nicht gesehen/gelesen.
Trotzdem danke ich den beiden für ein tolles Produkt, welches jetzt einerseits in meinem Zimmer in Mosbach hängt (ToKos Kalender) und andererseits den Flur bei uns daheim schmückt (Tobias Hagers Kalender).
Vielleicht habe ich nächstes Jahr auch genug (meiner Meinung nach) gute Fotos angesammelt, sodass ich zu Weihnachten auch ein paar Kalender für Family & Friends drucken kann. Muss aber erstmal sehen, ob sich das lohnt. Bis dahin ist aber ja noch viiiel Zeit, jetzt gilt es erstmal, dieses Weihnachten rumzubringen.
In diesem Sinne wünsche ich euch frohe Weihnachten und ein paar tolle Tage mit Familie, Freunden oder wem auch immer ihr bei euch haben wollt.


Hey, danke für das Review!
Tja, leider war ich auch etwas enttäuscht von dem zu hohen Schwarzanteil, leider hatte ich nicht die Möglichkeit einen Andruck zu machen und diesen zu kontrollieren… Das sind eben die 10% abweichung, die sich eine Druckerei immer vorbehält. :/
@Tobias: Ah okay, ich dachte mir sowas schon, konnte es aber, wie gesagt, ja nicht wissen. Das nächste Mal kannst du dir ja eine Druckerei suchen, bei der das möglich ist, um so etwas vorzubeugen. Ich kenne da zum Beispiel eine aus Darmstadt, von denen ich weiß, dass sie auf Wunsch einen Andruck anfertigen. Ich weiß allerdings nicht, ob die auch Kalender herstellen (und auch nicht in welcher Mindeststückzahl).
@Tobias: Naja, was den Andruck angeht: bei mir gingen allein 300€ nur für neue und wieder neue Andrucke drauf. Wer Qualität will muss dementsprechend natürlich bereit sein, da auch für zu investieren. Und gerade bei nem Fotokalender ist das natürlich ungemein wichtig. Das mit den Andrucken ist halt echt so ne Sache, aber nur so kann man wirklich absolut sicher gehn, dass das Ding stimmt.
Katharina, mein ausführlicher Kommentar folgt noch
Das war halt das Problem, ich hatte so kurz vor Weihnachten natürlich auch etwas Zeitdruck, deshalb war das auch nicht wirklich drin. Das nächste mal wird es besser hoffe ich!
@Tobias: Es gibt immer ein erstes Mal und beim nächsten Mal wirds immer besser!
Aber verständlich. Und das Ergebnis ist dafür doch wirklich okay!
Ach du warst das die mich (über Twitter) auf den ToKo Kalender aufmerksam gemacht hast…
Danke dafür, der NewYork Kalender ist wirklich toll. Ich habe einen meiner Schwester zu Weihnachten geschenkt. (Sie fand ihn auch gut)
@J_Heimbach: Na wenn, dann musst du dich bei ToKo bedanken, nicht bei mir.
Ich hab den Kalender schließlich nicht gemacht.
Pingback: Kalenderresümee – vielen Dank! Und für die aufmerksamen Leser gibt es noch einen Kalender – tokography.com